Ägypten
Partnerschaft mit der Koptischen Kirche in Ägypten



Ägypten Partnerschaft mit der Koptischen Kirche




 

Kopten im neuen Ägypten

Ein hörenswertes Feature zur aktuellen Situation der koptischen Christen in Ägypten. Darin sind Auszüge eines Gespräches des Autors, Andreas Boueke, mit dem ehemaligen Schulreferenten Dr. Günter Meyer-Mintel, die sich im Windsor Hotel in Kairo kennen gelernt haben, zu hören.
Radiobericht
Zeitungsartikel



Ostern in Kairo

Schulreferent Pfr. Jan Christofzik und Pfr. Dr. Günter Meyer-Mintel besuchten mit einer Gruppe Interessierter in den Osterferien Kairo und die Mahaba Schule. Hier sind einige erste Eindrücke. Ein ausführlicher Reisebericht wird noch folgen.



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Pfr. Jan Christofzik Ostersonntag am Tahrir Platz




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Naturwissentschaftlicher Unterricht: Funktion der Niere





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Papst Schenouda III an der "Kirche des Heiligen Samaan des Schusters" in Mokkatam





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Kloster Bischoi im Wadi Natrun




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Mitarbeiter des Fahr- und Wachdienstes der Mahaba Schule



 

Mit der Dunkelheit kommt die Angst...


schreibt Sr.Maria aus Cairo in einer e-mail an den Kirchenkreis Moers.
Fast drei Wochen lang haben uns die Bilder einer oftmals gar nicht so friedlichen Revolution in Ägypten in Atem gehalten. Wir sahen Steine und Brandflaschen durch die Luft fliegen und bekamen mit, wie bezahlte Provokateure des korrupten Regimes mit Knüppeln auf die zumeist jungen Menschen einschlugen, die für ihre elementaren Menschenrechte auf den Tahrir-Platz gezogen waren.
Diese Ereignisse sind nicht ohne Folgen für den Großraum Kairo und für ganz Ägypten geblieben. Der Stadtteil Ezbeth El Nakhl, in dem Schwester Maria zusammen mit einem Dutzend anderer Schwestern des koptischen Ordens „Daughters of Saint Mary“ (DSM) lebt, liegt nicht im Zentrum der Unruhen. Dennoch geht in Ezbeth El Nakhl die Angst um.
Marodierende Banden ziehen nach Einbruch der Dunkelheit durch die Straßen und suchen nach leichter Beute. „Wir haben Angst vor den gewalttätigen Ausbrechern, die in den letzten Wochen aus den Gefängnissen freikamen“, schreibt Sr.Maria an ihre Freundinnen und Freunde im Kirchenkreis Moers.
Und diese Angst ist begründet.

Letzte Nacht wachte Maria durch einen ungewöhnlichen Muezzin-Ruf auf. Es war noch viel zu früh für den üblichen Morgenruf zum Gebet. Es war eine lautstarke Warnung an alle Menschen, die rund um die Moschee leben:
„Wacht auf! Seid auf der Hut! Schützt euer Eigentum. Wir haben bewaffnete Männer beobachtet, die nicht in unser Viertel gehören!“
Schwester Maria, die Oberin im Schwesternkonvent von Kairo, zog mutig, aber doch mit viel Angst im Nacken los, um nach dem Rechten zu sehen. An Schlaf für mögliche zwei weitere Stunden war nicht mehr zu denken.




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Als koptische Ordensschwestern stehen Sr.Maria und Sr.Demiana und ihre Mitschwestern täglich um 4:30 Uhr auf, um den Tag mit Gebeten zu beginnen und daraus Kraft zu schöpfen für ihre Arbeit in der Müllsiedlung von Ezbeth El Nakhl. „Arbeit“ – das heißt, eine große Schule für mehr als 2000 Kinder mitten im Müll zu betreiben, Nachhilfestunden für 600 Kinder aus staatlichen Schulen täglich zu organisieren, ein Krankenhaus rund um die Uhr geöffnet zu halten, 80 geistig und körperlich behinderte Kinder zu betreuen und individuell auszubilden, von denen 25 ständig unter der Obhut der Schwestern im koptischen Salam Center leben; dazu kommen etliche Kurse für werdende Mütter, handwerkliche Kurse für unqualifizierte Jugendliche und nicht zuletzt das Projekt, Menschen ohne Personalpapiere zu einer legalen Existenz zu verhelfen. Alle diese Angebote sind in Ezbeth El Nakhl, dem „bürgerlichen“ Stadtteil gleich neben der Müllsiedlung, sehr gut bekannt. Moslems wie Christen profitieren davon. Niemand, der Hilfe sucht, wird ausgeschlossen.



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Müllsiedlung in Kairo



Die „Kehrseite“ dieser weit gestreuten Bekanntheit ist, dass man in den Einrichtungen der Schwestern Geld und Wertsachen vermutet. Wie alle öffentlichen Einrichtungen – also auch die staatlichen Schulen und Krankenhäuser – sind die Gebäude der DSM durch Mauern umgeben und die Eingänge bewacht. Doch wenn es sich bei diesen Wachen bislang um alte Männer handelte, die hauptsächlich zur freundlichen Begrüßung im Tor saßen, erfordert die Lage heute, dass sie durch junge, kräftige und mutige Männer verstärkt werden. „Ohne Gewalt! Ohne Waffen! – aber sie müssen eben da sein und allein durch ihre Anwesenheit signalisieren: hier wachen wir!“ – sagt Superintendent Ferdinand Isigkeit, der die Idee unterstützt, Nachtwächter für die kommenden 6 Monate zu engagieren



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Einer der alten Torwächter



Geeignete Personen gibt es in ausreichender Zahl. Es handelt sich um Kopten, die während der Ausgangssperre der letzten drei Wochen ihren Job verloren haben. Bis sich ihr Alltagsleben wieder eingerenkt haben wird, sind sie bereit, ihre Nächte im Torhaus der Mahaba Schule und im Salam Center zu verbringen und so für Schutz zu sorgen.
„Wie können wir euch helfen?“ – hat der Beauftragte für die Partnerschaft mit den Schwestern im Müll, Pfr. Dr.Günter Meyer-Mintel telefonisch nachgefragt. Die Antwort kam prompt: „Wenn ihr uns einen ruhigen Schlaf schenken würdet...- das wäre schön!“ –

Kurz: man müsste die jungen Männer als Sicherheitskräfte angemessen entlohnen. Der Kirchenkreis Moers versteht und akzeptiert diesen außergewöhnlichen Hilferuf ihrer koptischen Partnerinnen in Kairo und ruft die Gemeinden zu einer
außerordentlichen Spende auf – mit dem Ziel, für das nächste halbe Jahr die Gehälter für die Nachwächter in Ezbeth El Nakhl zu bezahlen. Mit 50 Euro ist das Monatsgehalt eines Wächters beglichen. Je drei Nachtwächter für die Schule und für das Salam Center werden gebraucht.
Wer helfen möchte, kann sich mit jedem noch so geringen Betrag an diesem Projekt beteiligen –
durch eine Spende an den Kirchenkreis Moers,
Stichwort „Kinder im Müll: Nachtwachen“ Kto. Nr.1120000474 bei der Sparkasse Niederrhein, BLZ 354 500 00.

Nähere Information erhalten Sie von Pfarrer Dr.Günter Meyer-Mintel - 01577-3335605.
Text und Fotos Pfr. Dr. Günter Meyer-Mintel




 

5. Januar 2011, die Mahaba Schule in Kairo und das Schulreferat



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Mahaba, arabisch: Liebe.


Ein Wort das Programm ist für die Schwestern des koptisch-orthodoxen Ordens der Daughters of St. Mary. Sie sind zu den müllsammelnden Menschen, den Zabbalin, gezogen. Mitten im Müllgebiet Ezbet El Nakhl, übersetzt Palmenhain, in Kairo gründeten sie 1989 eine Privatschule zur Bildung und damit für bessere Zukunftschancen der zumeist christlichen Müllkinder. Die Schwestern waren geprägt durch eine große Liebe zu ihrem Heiland, die sie in vielen liturgischen Gottesdiensten bis dahin gepflegt hatten. Jetzt kam durch ihren weisen und verehrten Bischof Athanasius (+ 16.11.2000) für sie und die gesamte koptisch-orthodoxe Kirche Neues hinzu: der praktizierte Gottesdienst. (Nächsten-) Liebe den Ärmsten der Armen gegenüber z.B. durch die Gründung der Schule, die seitdem von Jahr zu Jahr wächst. Im vergangenen Schuljahr besuchten 1347 Jungen und 1203 Mädchen die Mahaba Schule. 71 Lehrerinnen und 34 Lehrer unterrichteten sie. 64 Mitarbeitende sorgten für medizinische Versorgung, Ernährung, Reinigung und auch die Torbewachung. Die Prüfungsergebnisse als ein Merkmal der Schulqualität sind außerordentlich hoch. Das (frühere) Schulreferat des Kirchenkreises Moers hat in Person von Dr. Günter Meyer-Mintel jährlich zu Ostern eine Studienreise für Lehrer/-innen angeboten, um die Schule und die Schwestern mit ihrem Engagement kennen zu lernen. Seitdem unterstützen einige Schulen am rechten und linken Niederrhein die Bildungsarbeit der Schwestern mit dem sogenannten „persönlichen Schulgeld“. Das Geld wird für das Schulgeld, Unterrichtsmaterial, Schulkleidung,  sowie eine medizinische Grundversorgung benötigt. Zur Zeit werden aus unserer Region 100 Kinder voll gefördert.  Ein Lehrer stellte fest: „Da habe ich gesehen, wie unsere Spende Früchte trägt.“ Eine andere Frucht, die wir als Besucher/innen erleben konnten, ist die Dankbarkeit für unsere Solidarität von Seiten der Schwestern. Wie nötig deren Unterstützung ist zeigt das entsetzliche Bombenattentat zu Jahresbeginn in Alexandria. Der Druck, dem die christliche Minderheit in Ägpyten ausgesetzt ist, macht ihre Stärkung durch christliche Schwestern und Brüder in der ganzen Welt so wichtig. Obwohl Religionsfreiheit in der ägyptischen Verfassung garantiert wird, scheint der Staat die christlichen zehn Prozent seiner Bevölkerung nicht schützen zu können. Das neue Schulreferat möchte die Tradition, die eingebettet ist in die Ägypten Partnerschaft im Kirchenkreis Moers, gerne fortführen. In diesem Jahr wird zu Ostern wieder eine Gruppe mit vielen Lehrer/innen unterwegs sein. Vielleicht haben auch Sie Lust die Mahaba Schule, koptische Christen, Kairo, das Land am Nil mit seinen vielfältigen Traditionen auf nicht ausgetretenen Wegen zu entdecken. Im Herbst werden wir zusammen mit Dr. Meyer-Mintel eine neue Oster-Reisegruppe zusammenstellen. Bis dahin finden Sie Ansprechpartner und Literatur im Referat. Gerne kommen in dieser Partnerschaft erfahrene Menschen auf Wunsch mit weiteren Informationen in Ihre Schule.
Text und Fotos Pfr. Jan Christofzik / Schulreferent



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Die Schulleiterin Schwester Demiana


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Die Vorschulklasse




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Sportunterricht auf dem Schulhof


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Lebensumfeld der Kinder (im Hintergrund rechts ist das Kreuz der Koptischen Kirche erkennbar)




Spenden für die Mahaba Schule in Kairo Ev. Verwaltungsamt im Kirchenkreis Moers KD-Bank eG Dortmund (BLZ 350 601 90) Kto. Nr. 10 10 880 013 Verwendungszweck: M 3140/360023/47200