Monatsgruß Oktober

Foto: Annette Vetter

WELTFRIEDENSFLAMME

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

jedes Jahr wird in Cadzand-Dorf (NL) die Ankunft der Weltfriedensflamme gefeiert. Der beliebte Urlaubsort wurde als Ort für die Flamme ausgewählt, weil das Gebiet zwischen Brügge, Gent und West-Zeeuws-Vlaanderen jahrhundertelang unter Krieg gelitten hat. Seit 1999 brennt die in Wales entzündete Flamme auf allen Kontinenten als Zeichen der Sehnsucht nach Weltfrieden. Während die ewige Flamme im Hintergrund des Bildes im schwarzen Naturstein vor der alten Dorfkirche von Cadzand brennt, fokussiert das Bild im Vordergrund den Baum mit vielen persönlichen Friedensbitten. Die Zettel erinnern daran, dass Friede nur dann möglich wird, wenn Menschen sich aktiv und dauerhaft für friedliches Miteinander einsetzen.

Suche den Frieden und jage ihm nach!

Die Mahnung aus dem 34. Psalm ist bitter nötig in einer Welt, die mit ihrem Unfrieden unseren Schüler:innen wie uns Lehrenden Sorge bereitet. Der Krieg in der Ukraine lässt die weltweite kriegerische Auseinandersetzungen nahe an uns herankommen, zumal Schüler:innen aus der Ukraine in nahezu allen Schulen angekommen sind. Die Selbstverständlichkeit, mit der Waffengewalt als Lösung für ein friedliches Miteinander verhandelt wird, macht mir Angst und lässt mich fragen, was mein Beitrag zum Frieden sein kann.

Suche Frieden und jage ihm nach. – Wo finden wir Orte des Friedens in den bald beginnenden Herbstferien und wie können wir selbst solche Orte schaffen in unserem Alltag? Ist die Schule, an der ich arbeite, ein Ort des Friedens, gerade auch für die Kinder und Jugendlichen, die mit Kriegserfahrungen zu uns nach Deutschland an den Niederrhein gekommen sind? Wie kann in Duisburg erfahrbar werden, dass Gottes Friedensverheißung allen gilt? Gelingt es uns, die Weihnachtsbotschaft „Fürchtet euch nicht!“ wie die Friedensflamme das ganze Jahr über sichtbar und spürbar werden zu lassen? In diesem Jahr gehe ich mit vielen Fragen in die Herbst-Pause.

Suche Frieden. - Um Frieden zu finden, brauchen wir Orte, die die Sehnsucht nach Frieden in uns nähren und uns zugleich mit Frieden erfüllen – Urlaubsorte, an denen wir auftanken können, Kirchen, die uns zum Verweilen einladen, Leseplätze, an denen wir uns anregen lassen. Solche Orte wünsche ich Ihnen im Monat Oktober, dazu den inneren Frieden, sich auf solche Orte einlassen zu können. Meinen Frieden gebe ich euch, verspricht Jesus (Joh 14, 27). Lassen Sie sich beschenken mit solchen Friedenserfahrungen, damit die inneren Friedensflammen am Brennen bleiben – und dann wieder nach außen strahlen können.

Jage dem Frieden nach! - Um uns den aktuellen Herausforderungen zu stellen, brauchen wir  eine Kultur der Friedfertigkeit an unseren Schulen. Kinder und Jugendliche brauchen Lernorte, an denen sie Kompetenzen ausbilden können, um mit anderen gut zurechtzukommen. Sie brauchen Orte, an denen friedensethische Debatten offen geführt werden können. Sie brauchen Unterstützung, um friedliches Miteinander einzuüben, gerade in Schulklassen, in denen Schüler:innen mit unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft zusammenkommen, die eine gemeinsame Sprache des Friedens erst lernen müssen.

Suche den Frieden und jage ihm nach! - Ich wünsche uns einen Oktober, der geprägt ist von friedvollen Erfahrungen an friedenstiftenden Orten, von ermutigenden und stärkenden Begegnungen mit anderen Menschen und mit Gott, auf dass wir angeregt und „entflammt“ in die Schulen zurückkehren, von Gottes Frieden erzählen und mit Schüler:innen gemeinsam Wegen zum Frieden in dieser Welt suchen.

Im Namen des Teams des Ev. Schulreferats Duisburg/Niederrhein

Ihre Annette Vetter