Um miteinander in Kontakt zu bleiben...

Der meteorologische Sommer hat begonnen. Alltagsschritte werden gewagt, NRW öffnet die Schwimmbäder … in meinem Garten sind der Brunnen und die Vogeltränke in den vergangenen Tagen zum Dreh- und Angelpunkt geworden. Nicht nur die Spatzenbande tummelte sich, sondern auch die Blaumeisenfamilie machte sich familienweise auf zum Baden. Entschuldigen Sie die Fotoqualität – mir würde das Fotografieren leichter fallen, wenn die Meisen noch lernten, still zu halten und mich – auch für sie ohne Gefahr - mit dem Handy näherkommen lassen würden. …

 

Prüfet aber alles und das Gute behaltet.  1. Thess. 5,21

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir gehen auf eine immer größere Öffnung des Alltags zu, nächste Schritte der weiteren Schulöffnung sind ebenfalls vollzogen. Die Frage nach der Zugehörigkeit zur Risikogruppe wird inzwischen individualisierter betrachtet, da keine allgemeingültigen Aussagen über Risiken gemacht werden können. Während Sie jeden Tag auf neue Ansagen seitens Ihrer Schulleitungen warten, die von der Behörde aufgefordert ist, neue Erkenntnisse zeitnah umzusetzen, meldet das erste Bundesland, dass nach den Sommerferien alle wieder zur Schule gehen sollten. Viel konzeptionelle Arbeit ist auf dem Weg. … Viele von Ihnen sind richtig geschafft, weil Sie in den vergangenen Wochen fleißig geschafft haben. Jetzt korrigieren Sie Klausuren, schreiben Zeugnisse. In vier Wochen beginnen in NRW erst oder erst mal die Ferien – es wird weder präsent noch online unterrichtet werden.

Ich halte noch einmal inne, schaue zurück und denke an unsere Gespräche über Ihre Erfahrungen, die Sie in den zurückliegenden Wochen im so anders gestalteten Kontakt mit Ihren Schüler*innen gemacht haben. Sie haben sich intensiv bemüht, mit möglichst allen im Kontakt zu bleiben – online, per Telefon, mit einem Abstandsbesuch, um die Kopien mit den Aufgaben persönlich vor die Türe zu stellen und auf Abstand ein Wort zu wechseln, … . Bei alledem haben einige von Ihnen viel mehr von den Lebensverhältnissen und dem Alltag der Schüler*innen erfahren, als sie es zuvor im bisherigen Schulalltag erfahren haben bzw. hätten.

Wollen Sie davon etwas für die nächsten Schuljahre bewahren? War es für Ihre Arbeit hilfreich, mehr von den Ihnen anvertrauten Schüler*innen zu wissen. In einigen Fällen war es sicher auch sehr belastend. Konnten Sie sie besser – im Rahmen des aktuell Möglichen – fördern?

Von Kolleg*innen aus weiterführenden Schulen habe ich erfahren, dass in den letzten Tagen die Eröffnungsgespräche mit den Schüler*innen am Tagesanfang eine größere Bedeutung gewonnen haben.

Können Sie sich vorstellen, den Beginn weiterhin offener zu gestalten? Die Chance, die darin liegt, mehr im Gespräch zu sein, kann ein anderes Lernklima ermöglichen. Das ist eine Frage an Kolleg*innen aller Fächer, an die ganze Schule. Im Berufskolleg, an dem ich lange tätig gewesen bin, hatten wir in Vollzeitklassen versucht, etwas in dieser Weise zu tun. So haben wir in einer wöchentlichen Doppelstunde Soziales Lernen im Klassenleitungsteam unterrichtet. Einen offenen Anfang einzuführen ist u.a. daran gescheitert, dass wir keine Lösung gefunden haben, wie diese Zeit anzurechnen wäre.  Es hätte gelohnt länger nach Lösungen zu suchen, weil sich das  Lernklima positiv hätte verändern können.

Was nehmen Sie in die kommende Zeit mit, um es bewusst einzubringen?

Unschwer lässt sich ahnen, dass ich einen neuen Zugang zur Vielfalt des Lebens bekommen habe, den ich sicher bewahren kann. Ich habe entdeckt, dass Konferenzen online stattfinden können, ohne dass ich Stunden dafür anfahre. Selbst einen spannenden Vortrag in der Fortbildungsarbeit kann ich mir inzwischen vorstellen, hin und wieder online anzubieten. Ich nehme aber auch die Erfahrung mit, dass ich das analoge Leben und Lernen gerne weiterhin fördern möchte.

Am 09. Juni 2020 wird es ein Webinar mit Uwe Buermann geben. Von 16:00 – 18:00 Uhr geht es um Pädagogische Qualität in Zeiten des Fernunterrichtes.

Von 19:00 - 21:00 Uhr wird es einen online Workshop als zweiten Teil der Reihe in Kooperation u.a. mit der Ev. Akademie im Rheinland zu Verschwörungsideologien geben: Umgang mit Verschwörungsideologien im Bildungsalltag - für Multiplikator*innen. Zu Gast ist Benjamin Winkler, der bei der Amadeu Antonio Stiftung Fachreferent für Reichs- und Verschwörungsideologie ist.

Bleiben Sie behütet und zuversichtlich

für das Team des Schulreferates

Ihr

Jan Christofzik