Monatsgruß im Dezember

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

zu Beginn unseres Monats Dezember grüße ich Sie ganz herzlich. Mein Name ist Sabine Schmitz und ich bin seit dem 1. November die neue Schulreferentin, zuständig für Duisburg. Meine Kollegin Hanna Sauter-Diesing hatte mich ja im letzten Monatsgruß schon freundlicherweise angekündigt. Im Schulreferat bin ich mit 50% tätig. Mit den anderen 50% bin ich als Religionslehrerin und Schulpfarrerin am Abtei-Gymnasium in Duisburg unterwegs.

Dort sprach meinen katholischen Kollegen und mich neulich eine Kunstkollegin an. In einer ihrer Mittelstufenklassen hatte sie ein besonderes Projekt: Lichtgestalten. Sie zeigte uns Bilder. Und tatsächlich waren dort an die 100 Gestalten zu sehen, in unterschiedlichen Positionen, gold bemalt. Die Idee für unsere diesjährige Adventsaktion war geboren. Unter dem Motto „Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt“ aus dem Jesajabuch (Jes 60,1) wird es im Advent um Licht gehen. Mal als adventlicher Montagsimpuls. Mal als Fotoaktion mit besagten Lichtgestalten. Oder auch als Bastelaktion in unseren 5. Klassen. Die Idee ist, Gläser mit bunten Transparentpapier zu bekleben und als Flügel die Hände der Kinder - natürlich aus Papier ausgeschnitten - zu nehmen. So entstehen dann leuchtende Weihnachtsengel.

Denn Licht haben wir momentan alle ganz schön nötig. Mehr als sonst in der Adventszeit, so habe ich das Gefühl. Die Zahlen steigen gerade ins Unermessliche. Und wir fragen uns schon: Werden die Schulen im Dezember überhaupt noch offen sein? Oder geht es womöglich doch wieder zurück, in den Distanzunterricht?

„Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt.“ Mitten in Corona scheint uns ein Licht. Es kommt von der Krippe her. Gott wird Mensch und erleuchtet unseren Pandemie-Alltag. Gott bleibt also nicht irgendwo auf Seinem Wolkenthron sitzen, betrachtet das Pandemiegeschehen von ferne. Er mischt Sich ein. Allerdings doch anders, als sich zumindest meine Oberstufenschülerinnen und -schüler dies immer vorstellen. Er schlägt nicht mit der Faust auf den Tisch. Er lässt die Pandemie nicht einfach verschwinden. Er findet einen anderen Weg. Einen, der deutlich nachhaltiger ist: Er wird einer von uns.

Neulich las ich einen interessanten Artikel, in dem eine Kollegin meinte: Gott ist nicht allmächtig. Denn Allmacht und Allwissenheit würden sich ausschließen. Vielmehr hätte Gott vor 2000 Jahren Seine Allmacht abgegeben. Damals, als Er beschloss, als Baby auf unsere Welt zu kommen. Jetzt ist Er einer von uns. So nahe ist den Menschen kein Gott je gekommen. Aber unser Gott kommt uns nahe. Kommt uns entgegen mit Seinem Licht. Auch dieses Jahr im Advent, mitten in der 4. Wellen.

Ich denke, genau da liegt unsere Hoffnung. In jenem Baby im Stall von Bethlehem. Die Hoffnung, dass wir in diesen dunklen Tagen eben nicht alleine unterwegs sind. Die Hoffnung, dass Gott nicht von unserer Seite weicht, ganz gleich, was die Zukunft noch bringen mag. Die Hoffnung, dass das Leben am Ende stärker sein wird als der Tod. Diese Hoffnung kann uns niemand nehmen!

„Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt!“ Lassen Sie uns hoffnungsvoll in diesen Advent 2021 gehen. Denn: „die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“

Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Ihre Sabine Schmitz

Titelmotiv aus dem Adventskalender FFB