Um miteinander in Kontakt zu bleiben...

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist hat seine Zeit; … herzen hat seine Zeit und aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, …“ Prediger Salomo 3, 1ff  …

Am 09. Mai haben die Jungvögel das Nest im Carport verlassen - es waren vier. Der erste tauchte auf dem Rasen im Garten auf. Einer von ihnen hat den Umweg über die Tiefe einer Teekiste genommen, die Gartengeräten zur Aufbewahrung dient. Zwischen den Stielen saß er in der Falle – die rettende Hand kam behutsam. Ein anderer landete in der Tiefe eines anderen Behälters – fieps, fieps – wir haben gesucht, aber er schwieg – die Eltern waren auch auf dem Weg – fieps – fieps – fieps … kaum, dass er geborgen war, verabreichten die Eltern noch im Carport die Leckerchen. Später fiepste es aus allen Ecken im Garten und die Eltern suchten die Kleinen. Welch ein Glück, dass ich, als unserer Kinder in diesem Alter waren, immer wusste, wo sie sich befanden.

Aufbruch in eine neue Welt, ein Neuanfang, ein Start ins Leben mit allen Hindernissen und Risiken, die dazu gehören. Die Elstern und die Nachbarskatze haben die Kleinen hoffentlich auch überlebt. Die Eltern scheinen jedenfalls mit dem Füttern inzwischen an ein Ende gekommen zu sein – schauen regelmäßig vorbei und baden im Brunnen neben dem Carport. Auf ein Wiedersehen …

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

viele von Ihnen haben in den zurückliegenden Wochen die Schüler*innen wiedergesehen. Von der Freude habe ich gehört, sie wohlbehalten neu wahrnehmen zu können. Befremdlich war gleichzeitig für viele, dass die Kinder / Jugendlichen in Reihen hintereinander gesessen haben – sich nicht umdrehen durften. Viele von Ihnen, liebe Kolleg*innen, haben eine solche Sitzordnung gar nicht mehr in Ihrer eigenen Schulzeit erlebt. Dazu muss man schon fast zur Risikogruppe „Alter“ gehören, um diese noch selber kennengelernt zu haben.

Auch die Kinder haben die ersten Schritte in die Schule ambivalent erlebt: Mit großer Freude angekommen, hereingeführt zu werden, Hände zu waschen, die merkwürdige Sitzordnung, den Mund-Nasen-Schutz … .  Vielleicht war es für die Jüngeren aber noch schlimmer, dass ihre Lehrerin nicht anwesend war. Sie wurden jetzt von der Lehrerin einer anderen Klasse empfangen.

Rückkehr, Neuanfang und Prüfungen im Nacken – mit manchen bekannten und vielen neuen Aspekten und Schwierigkeiten. Bevor der Fachunterricht in allen Schulformen begonnen wurde, sind viele von Ihnen mit den Schüler*innen über das in den vergangenen Wochen Erlebte ins Gespräch gekommen. Ich hoffe, dass Sie für sich und Ihre Schüler*innen dafür gute Wege gefunden haben.

Wie wir in vielen Fortbildungen zum „Notfall in der Schule“ entdeckt, erarbeitet und besprochen haben, suchen die Schüler*innen bei Ihnen, den Lehrer*innen, Orientierung und Halt. Und das geschieht auch jetzt, nehmen Sie sich dafür bitte die nötige Zeit. Ohne dem Fachunterricht seine Wichtigkeit absprechen zu wollen, erinnere ich daran, dass Sie, liebe Kolleg*innen, ganz großes Vertrauen genießen und sich mit den Schüler*innen auf den Weg machen dürfen, nach Antworten zu suchen und auf jeden Fall den Zusammenhalt in der Schule zu stärken. Machen Sie ihnen Mut, dass das Leben weiter geht, sie in einer neuen Schule ihren Weg gehen werden und von freundlichen Lehrer*innen bzw. Ausbilder*innen erwartet werden. Es gibt auch Schüler*innen, denen vor allem Fachunterricht in dieser ungewöhnlichen Situation gut tun wird. Da wir anders als bei anderen Notfällen die Lerngruppen nicht nach dem jeweiligen Bedürfnis aufteilen können, werden Sie das Mögliche und Nötige in den sehr wenigen Stunden, die sie noch gemeinsam bis zu den Sommerferien verbringen werden, vom zeitlichen Rahmen her gut abwägen müssen. Es wird Ihnen gelingen!

Wenn Sie über Ihre aktuellen Erfahrungen mit Kolleg*innen ins Gespräch kommen wollen, melden Sie sich bitte zu den Lehrer*innen Cafés an. Dort hören wir auf das, was jeweils beschäftigt und unterstützen uns gegenseitig fachlich.

Herzliche Einladung zur online Fortbildungsveranstaltung zu Verschwörungstheorien, die wahrnehmbar in Coronazeiten wieder aktiviert werden. Sie findet am kommenden Donnerstag, dem 28.05.20 statt und wird in Kooperation mit der Evangelischen Akademie im Rheinland durchgeführt. Zwei weitere Abende zu Aspekten des Themas werden folgen. Das Ziel ist nach sachgerechter Information zu einer eigenen Einschätzung zu kommen und handlungsfähig zu werden. Wenn Sie sich über unserer Homepage anmelden, erhalten Sie den Einladungslink von der Evangelischen Akademie im Rheinland zugeschickt sowie von uns später eine Fortbildungsbescheinigung.

Am Dienstag, dem 9. Juni 2020 wird ein Webinar zum Thema: Pädagogische Qualität in Zeiten des Fernunterrichts angeboten. Uwe Buermann, der Referent, ist pädagogisch-therapeutischer Medienberater, der die Herausforderungen für den Religionsunterricht im Blick hat.

Seien Sie behütet –

für das Team des Schulreferates

Ihr
Jan Christofzik