Monatsgruß im September

„Bleiben Sie zuversichtlich“ ermutigt ein Nachrichtenmoderator regelmäßig am Ende seiner Sendung. Nach einer halben Stunde gespickt mit Meldungen, Informationen und Bildern brauche ich das auch. Es ist, als ob die Probleme der Welt zu schwer lasten. Nach und nach habe ich mehr auf diese Abschiedsgrüße geachtet:  Ob in Fernsehanstalten sich vielleicht eine neue Coachingfirma herumtreibt, die sich mit wirkungsvollen Abschieden beschäftigt? Denn allen Grüßen gemeinsam ist: Sie weisen auf ein Morgen hin, auf eine mögliche Veränderung, auf Hoffnung.

Mein Bild von Zuversicht will ich Ihnen diesen Monat schenken. Auf einer Wanderung machten wir einen Abstecher zu einer im Wanderführer besonders erwähnten 1000 jährigen Eiche. Als wir dort ankamen, war das Naturdenkmal vom Sturm gefällt. Den umgestürzten riesigen Baum zu sehen war niederschmetternd. Doch dann entdeckten wir, dass aus einer seiner Eicheln eine neue Eiche emporwächst.  Und vielleicht, in 1000 Jahren, wird hier wieder eine mächtige Eiche stehen.

Zuversicht ist kein programmierter oder billiger Optimismus. Zuversicht ist begründete Hoffnung, eine Gewissheit, dass es gut sein wird, ohne dabei zu sagen, wie es dann sein wird. Zuversichtlich kann ich nicht passiv sein, Zuversicht heißt immer auch Aktivität: manchmal im Tun, manchmal, im Denken und Sagen, manchmal im Gebet. Zuversicht war auch das Thema der diesjährigen Aktion „7-Wochen-ohne“, an der einige von Ihnen online bei unserer Fastengruppe teilgenommen haben. Und wir merkten: Zuversicht ist ein zutiefst christlicher Begriff. Ob der Moderator das weiß?

Zuversicht, das ist die Gewissheit, dass wenig vergeblich ist, aber oft die Saat anders aufgeht als gedacht. Das kann in meinem Unterricht heißen, den Kindern und Jugendlichen die Zeit zu geben, die sie brauchen, um wieder im Miteinander, im Leben anzukommen. Mit der Zuversicht, dass dann auch der Kopf und die Seele irgendwann frei sein werden für einen Unterricht wie vor der Pandemie. Zuversicht, das ist Kolleg*innen zu ermutigen, schöne Situationen miteinander zu gestalten. Das ist Lachen, Freude, Glücksgefühle auch über Kleinigkeiten.

Zuversicht, das ist die Gewissheit, dass Gott mich hält und nicht fallen lässt.

Der Bibeltext für den Monat September erinnert mich daran. Die imaginäre Coachingfirma aus der ARD würde diesen Text sofort ersetzen, da bin ich mir sicher:

„Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch und keinem wird warm; und wer viel Geld verdient, der legt es in einen löchrigen Beutel.“ (Haggai 1,6)

In den folgenden Versen aber lesen wir: Habt Zuversicht! Der Prophet Haggai sagt als Wort Gottes: Es gibt mehr als deine eigene kleine Welt, die dir nicht genug gibt. Er ruft das Volk Israel auf, sich wieder aktiv Gott zuzuwenden und den Tempel aufzubauen. Und so Zuversicht für eine lebendige Zukunft zu schöpfen.

Zuversichtlich laden wir Sie und Euch aktiv ein: zu Veranstaltungen, digital und analog, zum Austausch, in unsere Mediothek, zu Fachgesprächen und Beratungen, zum Ausheulen, zum miteinander Lachen und zu vielem mehr. Sicher, einiges müssen wir dann vielleicht doch wieder absagen, umstrukturieren, verschieben oder verändern. Wir bleiben zuversichtlich. 

Und das wünschen wir Ihnen für den September: Zuversicht in und mit allem, was ist und war und kommen wird.

Mit herzlichen Grüßen für das Team des Schulreferats

Hanna Sauter-Diesing