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„Wohin sollen wir gehen?“

Liebe Kolleg*innen,

auf Sicht gehen, einen Weg wählen, den ich nicht kennen kann. Entscheidungen fällen, deren Tragweite ich nicht zu ermessen vermag.  Das Gefühl von Unsicherheit, was noch kommen wird, Entscheidungsdruck und die Frage: wie lange schaffe ich es noch? Und die Sehnsucht nach einer Zufriedenheit und alles ist im Gleichgewicht.

Jetzt muss ich mich entscheiden: Welches Ziel ist realistisch und wofür reicht meine Kraft noch aus? Ist es nicht ein wenig peinlich, nur 3 km statt vielleicht 12 km weiterzugehen? Was ist jetzt wichtig?

Wohin sollen wir gehen?

Die Wochen seit der Coronaausnahme in unserem Land und in unseren Schulen haben wir bisher hinbekommen, doch der Weg wird lang werden zu einer Normalität. Am Ziel sind wir nicht und dauernd muss neu entschieden werden, neue Schilder, neue Optionen tauchen auf. Ist der Schutz jeden Lebens vor einer Coronainfektion höher zu bewerten als unser Bedürfnis nach sozialer und körperlicher Nähe? Dass es Lehrer*innen, Erzieher*innen braucht, wir mit digitalen Bildungsansätzen nicht zu ersetzen sind, scheint (momentan wenigstens) unbestritten – aber ein regulärer Bildungsbetrieb ist auf lange Sicht nicht absehbar. Keiner kann zuverlässig sagen, was wird. Ob mit der Schule und Bildung, mit unseren Urlaubsplänen, mit der Frage nach dem richtigen Gesundheitsschutz, der psychischen Gesundheit gerade unserer Schüler*innen und mit unserer Wirtschaft.

Nehme ich die 12 km oder die 20 km, plane ich langfristig. Aber die kleine Strecke, die 3 km, das, was ich auf Sicht laufen kann, ist auch wichtig, denn es fragt: was ist jetzt gerade dran? Wie können wir Schüler*innen Raum für ihre Fragen und Sorgen geben, obwohl Religionsunterricht in den meisten Planungen zuerst nicht vorgesehen ist? Gibt es in unserer Schule Offenheit für den Vorschlag, in jedem Kurs pro Tag 15 Minuten mit einem Religionslehrer*in gemeinsam zu gestalten? Oder kann ich für Kolleg*innen jede Woche einen kleinen Impuls an die Pinnwand heften? Einen Beratungsraum mit anderen gemeinsam einrichten?

Das ist für uns eine klare Sicht, denn Religion ist das Fach, in dem existentielle Fragen gemeinsam Raum gegeben werden kann, Deutungshorizonte eröffnet werden. Wir wissen, wie man das verantwortlich in der Schule verwirklichen kann, darin sind wir Fachleute. Die Schüler*innen danken es uns meistens sehr. Und wer den Kopf und die Seele etwas freier hat, lernt auch in anderen Fächern besser. Das tut dann allen in der Schule gut.

 „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Johannes 6,68

Hier drückt der Jünger Petrus eine Gewissheit gegenüber Jesus aus: Wohin ich auch gehe, will ich mich nach dir orientieren. Bei dir ist Leben.

Das ist tröstlich zu wissen: egal, wohin ich gehe, es wird ein Ziel geben. Ich gehe nicht in ein Nichts, Gott ist da. Es hilft mir, mich daran zu erinnern: es gibt in meinem Entscheidungsspielraum momentan keinen absolut richtigen oder absolut falschen Weg in dieser Situation. Aber es fordert immer wieder eine Entscheidung: jetzt, so wie es momentan als das Beste erscheint. Gott begleitet mich: die Sicht ist nicht klar und weit, aber bei der nächsten Wegbiegung wird es wieder Wege geben, klare Sicht auf kurzer Strecke,  für die ich dann Entscheidungshilfen und Kraft haben werde. Das lässt mich durchatmen und gibt mir Mut zu fragen: was ist jetzt gerade dran? Und wenn es auch „nur“ auf Sicht ist: es ist ein Weg und ein Ziel.

Wir unterstützen Sie weiterhin gerne durch unsere Angebote. In vielem lernen wir selber noch und darum freuen wir uns, wenn Sie uns Anregungen geben. Sprechen Sie uns weiterhin gerne auch in Beratung und Seelsorge an.

Neu ist zum Beispiel diese Woche:

Öffnungszeiten: Zu unserer großen Freude können Sie wieder unsere Mediathek nutzen - allerdings in einem sehr eingeschränkten Rahmen

Unter „Lernen in Krisenzeiten“ finden Sie immer wieder neue Beiträge. Einige davon sind auch durch unser Online-Cafè dienstags und mittwochs angeregt und erarbeitet. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Bitte denken Sie daran, dass eine vorherige Anmeldung notwendig ist.

„Unterwegs in Gottes Welt“ bietet eine Alternative zu den entfallenen Fortbildungen zu den Eingangsgottesdiensten für die 1. und 5. Klasse. Das Material ist ab jetzt zu bestellen und in großen Teilen auch unter den aktuellen Hygienevorschriften in kleineren Formaten nutzbar.

Für das Team des Schulreferats

Hanna Sauter-Diesing