Um miteinander in Kontakt zu bleiben...

Liebe Leserinnen und Leser,

„Wir unterstützen die Trucker-Church.“

So gesehen vor zwei Wochen auf der Autobahn als Werbung auf einem Lastwagen!

Ich war sprachlos, hatte ich bis dahin doch noch nie etwas von einer „Trucker-Church“ gehört oder gelesen.

Sie vielleicht?

Da ich von Natur aus neugierig bin, habe ich recherchiert und folgende Informationen gefunden:

Die Trucker Church wurde 2000 gegründet und ist ein ökumenisch ausgerichtetes Missionswerk, das die unterschiedlichsten Gruppen, Gemeinden und Einzelpersonen zu einem Netzwerk für die Verbreitung des christlichen Glaubens unter den LKW-Fahrer*innen eint.

„Sie alle verbindet der gemeinsame Glaube an Jesus Christus, dem lebendigen Sohn Gottes. LKW-Fahrer sollen die lebensverändernde Liebe Gottes erfahren und einen Gott erfahren, der allen die Freiheit lässt, an ihn zu glauben.“ So gefunden in der Selbstvorstellung der Trucker-Church.

Als biblisches Leitwort legen sie den alttestamentlichen Spruch von Jesaja 61, 1-2 zugrunde:

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe, einen Tag der Vergeltung unseres Gottes, damit ich alle Trauernden tröste.
(Jesaja 61,1-2)

Mit ähnlichen (etwas erweiterten) Worten fasst Jesus im Lukasevangelium bei seiner Antrittsrede in Nazareth seine Sendung zusammen: Gott wurde zum wichtigsten Anliegen des Menschen, durch dieses Evangelium wurde der Mensch mit all seiner Begrenztheit zum wichtigsten Anliegen Gottes.

Die Trucker-Church nimmt diese Aussagen wie „Verantwortung mit anderen Christen in der Gesellschaft, den Familien, am Arbeitsplatz und besonders in der gesamten Speditions-, Logistik- und Transportbranche“ auf und gibt die „Verkündigung des Evangeliums“ als zentralen Inhalt ihres christlichen Glaubens an.

Praktisch umgesetzt wird dies u.a. in Gottesdiensten, Gesprächen und Amtshandlungen auf der Autobahn oder anderen Treffpunkten.

Christlich motivierte Begegnungen auf einem Parkplatz?

Interessant! Und doch fremd!

So dachte ich zunächst.

Aber im nächsten Moment wurde mir klar, dass unsere Arbeit als Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen und im Fortbildungsbereich gar nicht so weit entfernt von den Gesprächen der Lkw-Fahrer*innen ist.

Auch wir suchen den Kontakt zu unseren Schüler*innen und bringen ihnen Inhalte des ev. RU möglichst lebensnah, empathisch und authentisch bei.

Wo ist da der Unterschied, ob ich Gespräche über Glaubensinhalte mit Lkw-Fahrer*innen auf einer Autobahnraststätte führe oder ob ich im RU gemeinsam mit den Schüler*innen im Klassenraum über christliche Verantwortung, Zuspruch und Anspruch Gottes nachdenke?

Es ist und bleibt ein anspruchsvolles Unterfangen, egal mit wem ich über theologische Inhalte rede.

Die neuesten Statistiken zeigen, dass der RU mittlerweile die wichtigste Quelle für das Bekanntmachen biblisch-christlicher Inhalte ist. Deshalb ist Ihre Arbeit, verehrte Lehrer*innen, nicht hoch genug wertzuschätzen.

Aus einem weiteren Grund hat mich die Auswahl des Bibelspruchs der Trucker-Church beschäftigt.

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist…damit ich alle Trauernden tröste.

Wie sehr sehnen wir uns nach Heilung und Trost!

Gerade jetzt! In dieser für uns nicht einfachen Zeit! Aufgrund der hohen Corona-Zahlen wird das gesellschaftliche Leben wieder zurückgefahren. An den Schulen gilt ab dem 5. Schuljahr eine Maskenpflicht. Das Lernen und Leben auf Distanz erfordert von uns ein hohes Maß an Disziplin. Viele soziale Kontakte dürfen nicht gepflegt werden. Gerade unsere Schüler*innen leiden sehr darunter, dahingehend, dass es z.B. keinen Mittagstisch mehr gibt oder dass die Kinder auf dem Schulhof nicht mehr miteinander spielen dürfen. Wie und ob wir dem Jahresrhythmus entsprechend Laternen basteln und einen Martinsumzug initiieren können, ist ebenfalls unwägbar.

Wir alle müssen unsere persönlichen Bedürfnisse herunterschrauben und Begegnungen meiden.

Wie Sie wissen können vorläufig keine Fortbildungen in analoger Form angeboten werden.

Trotzdem möchten wir als Schulreferat Sie in dieser beanspruchenden Zeit unterstützen und uns als Gesprächspartner*innen anbieten.

Gerne möchten meine Kolleg*innen und ich ein Baustein sein, der Ihnen hilft, das momentane Leben zu ertragen und zu meistern.

Deshalb laden wir Sie ein, immer mal wieder sich die Fortbildungsangebote auf unserer Homepage anzuschauen und wahrzunehmen, was Sie gerade für sich benötigen, sei es in fachlicher oder persönlicher Hinsicht. Sie finden sie unter der Rubrik „Aktuelles“.

Vielleicht sehen wir uns bei einer dieser Veranstaltungen per Zoom. Wir würden uns freuen.

Des Weiteren steht unsere Mediothek für Sie offen. Unter den geltenden Hygieneregeln und nach Ihrer Anmeldung können Sie uns gerne besuchen, Material sichten und ausleihen.

Seien Sie wohlbehütet und bleiben Sie gesund!

Für das Team des Schulreferats

Bärbel Melnik