Monatsgruß im November

Foto: Heike Seiffen

Drei Menschen betreten den Raum. Der erste sagt: „Das ist aber eine schön vermauerte Wand, da war ein Profi am Werk.“ Der zweite erwidert: „Da haben die Kinder aber etwas Schönes gemalt, das ist so bunt und frisch.“ Und der dritte meint: „Ich freue mich, wenn in einem Raum ein Kreuz hängt, das ist so heilig.“

Derselbe Raum, dieselbe Wand und doch „sieht“ jede*r scheinbar etwas anderes. Mein Sehen, meine Sicht kann gar nicht objektiv sein, denn es verknüpft sich sofort mit meinem Wissen, mit meinem Erleben und meinen Wertungen. Die Kommunikation mit anderen Menschen erweitert meinen Horizont und verändert immer auch die eigene Sicht. Ich nehme die Mauer, die Bilder und das Kreuz in einem neuen Zusammenspiel wahr. Bildung regt genau das an: Hinzusehen, die eigene Sicht zu äußern, in Kommunikation mit anderen Menschen, Theorien und Denkweisen zu gehen und so die eigene Sicht erweitern und vertiefen lernen.

In unseren Schulen bemerken wir besonders, wie die Pandemie das menschliche Bedürfnis nach Kommunikation und Austausch durch Abstandsregeln, Lockdown usw. behinderte. Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene müssen Kommunikation neu oder erneut wieder lernen. Die Pandemie hat unserer Gesellschaft deutlich gezeigt, wie wichtig, ja unersetzlich Sie als Lehrer*innen und der Bereich Schule für die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind.

Die Angebote im therapeutischen Bereich decken bei Weitem nicht ab, um Schüler*innen nach der Pandemie angemessen zu begleiten. Und auch zu uns kommen viele Lehrer*innen und im Bereich Bildung Tätige und beschreiben eine eigene große Erschöpfung und Niedergeschlagenheit. Sie tun viel, um den Schüler*innen ein gutes Umfeld und gute Bildungsmöglichkeiten zu gestalten, doch die eigene Kraft scheint zu schnell zu schwinden.

Das Bild mit den Herzbildern, aus denen eine Kreuz arrangiert wurde, zeigt mir eine wichtige Sicht: Mich von der Liebe Gottes leiten zu lassen. Eine Liebe, die ich meinerseits erfahre und auf die ich sehen kann, wenn es mir an Orientierung, an Boden unter den Füßen, an Normalität fehlte. Liebe, die mir nicht zu viel abverlangt, sondern die mich speist wie eine Quelle. Wenn ich hinsehe, kann ich es wieder spüren. Wenn ich darüber spreche, mit anderen kommuniziere, gewinnt meine Sicht Raum und Tiefe und verändert. Oder anders formuliert im biblische Monatsspruch für den November: „Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und das Warten auf Christus“ 2. Thessalonicher 3,5

Das tut mir gut und rückt den Alltag etwas zurecht. Das strahlt auch aus: Ich schaue auf Gott und lasse mich durch seine Liebe leiten. Kommuniziere ich es, kann es so auch Schüler*innen ihre Sicht erweitern und Religion wieder Teil des Alltags werden lassen.

Wir freuen uns, wenn Sie sich aufmachen, Sichtweisen mit uns austauschen und wir gemeinsam Horizonte erweitern.

Wir freuen uns, dass in einem sich gerade erneuernden Team im Schulreferat auch neue Sichtweisen zum Vorschein kommen. Herzlich Willkommen, Sabine Schmitz, für den Schulamtsbezirk Duisburg ab dem 1.November 2021.

Lassen Sie sich begleiten auf Ihren Wegen im November von der Liebe Gottes, wir freuen uns, wenn wir uns dann begegnen.

Mit herzlichen Grüßen für das Team des Schulreferats

Hanna Sauter-Diesing