Monatsgruß im Dezember

Es ist so weit. Mit Beginn der Adventszeit liegen die Wunschzettel bereit und warten auf ihren Einsatz. Ein ganz besonderes Exemplar ist der Wunschzettel der immateriellen, konkreten Wünsche. Die Poetin und Schriftstellerin Susanne Niemeyer hat ihn verfasst und lädt dazu ein, eigene Wünsche zu ergänzen.

Und so frage ich mich: Was wünsche ich mir im Advent 2022?

Das Ende der militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und in der Welt, das Wort „Frieden“ traue ich mich nicht auf meinen Wunschzettel zu schreiben,

genug zu essen für alle statt Verknappung von Ressourcen als Kriegstreiber,

Erlösung für Schwerkranke, freundliche Blicke für Menschen, die auf der Straße leben,

fröhliche, ausgelassene Stunden für Kinder und Jugendliche in der Schule,

eine Glühwein-Party an jeder Schule, die Lehrer:innen wärmt und zusammenbringt.

Ich könnte noch lange weiterschreiben. Mein Wunschzettel in diesem Jahr ist lang.

Und Sie? Was schreiben Sie auf Ihren Wunschzettel? Sind die Wünsche erfüllbar? Wenn nicht, ergänzen Sie auch ein oder zwei Wünsche, an deren Erfüllung Sie selbst mitwirken können.

Ich stelle mir vor, dass nicht nur wir uns auf Weihnachten vorbereiten, sondern auch Gott. Was steht auf Gottes Wunschzettel?

Ein furchtfreies Leben, Frieden auf Erden, Hoffnung für Hoffnungslose, Mensch werden.

Noch einmal nehme ich meinen Wunschzettel in die Hand und ergänze:

Frömmigkeit. Im Wörterbuch der Wortbedeutung heißt es dazu: Haltung einer Person, die an Gott glaubt und entsprechend handelt. Also Menschlichkeit, ergänze ich für mich.

 

Ich wünsche Ihnen und mir, dass es in dieser Adventszeit menschlich zugeht, in den Schulen, in unseren Familien, in unseren Gemeinden. Dann kann Gott kommen - oder ist schon da.

Im Namen des Teams des Ev. Schulreferats Duisburg/Niederrhein

 

Ihre Annette Vetter