Monatsgruß im März

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wenn auch jahreszeitlich viel zu früh der Frühling Einzug gehalten hat, so genieße ich doch die Sonne und die Wärme, die er mit sich bringt. Bei täglichen Spaziergängen grüßen wir einander sogar als fremde Menschen freundlich im Vorbeigehen. Sind wir bekannt, bleiben wir auch schon mal stehen und sprechen auf Abstand. Wie wohltuend – einander zu begegnen und darüber auszutauschen, was wir so erleben. Manch traurige Nachricht ist zu hören, aber auch viel frohe Nachrichten sind dabei. Ich genieße es, von den „kleinen Dingen“ zu hören, über die keine*r in der Zeitung schreibt.

„Gott, der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ So lesen wir in 1. Mose 2,19, dem zweiten Schöpfungsbericht. Im Losungsheft 2021 fand ich diesen Vers unter dem 03. März. Wer wollte ihn dieser Zeit gegen diese jahrhundertealte Einsicht Gegenrede halten. Wie schön ist es doch, den Alltag des Lebens wie die Sonn- und Feiertage mit anderen zu teilen. Wenn bei der Niederschrift dieses Wortes vor allem an ein menschliches Gegenüber gedacht wurde, möchte ich es gerade in dieser Zeit gerne erweitern um die Freude, die das Zusammenleben mit Tieren ermöglicht. Sie können Kindern und Jugendlichen in der Zeit des Lockdowns so guttun wie auch Erwachsenen jeden Alters.

Gut tut den Grundschüler*innen mit Sicherheit auch, dass sie in die Schule zurückkehren durften. Zuhause war es für manche*n zunehmend schwerer erträglich. Und auch viele Lehrer*innen freuten sich, ihre Schüler*innen endlich wieder zu sehen, wäre da nicht zeitgleich die Angst, dass auch das Virus im Raum sein könnte.

Ich kann dieses Dilemma nicht auflösen. Ertrage es mit Ihnen und hoffe, dass Sie bald geimpft werden können.

Bleiben Sie zuversichtlich und behütet und freuen sich, an dem Kontakt, soweit er Ihnen auch im privaten Raum möglich ist.

Wir sind für Sie da!

Für das Team des Schulreferates

Ihr Jan Christofzik

 

Zu Jahresbeginn erhielt ich eine E-Mail vom Direktor der RPI in Hessen – wenn Sie noch weiterlesen mögen – ich teile einen lesenswerten Auszug gerne noch mit Ihnen.

„Die Jahreslosung für das Jahr 2021 lautet: "Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist". Barmherzigkeit mag ein altertümliches Wort sein, das in unserem normalen alltäglichen Wortschatz selten vorkommt. Es mag aber sein, dass wir in diesem Jahr Barmherzigkeit mehr anderes benötigen. Vielleicht kommt es entscheidend darauf an, inwieweit wir zu Barmherzigkeit fähig sind, wenn wir durch dieses Jahr gut hindurchkommen wollen. Denn es gilt beides: wir benötigen die Barmherzigkeit anderer und andere benötigen unsere Barmherzigkeit. Es werden in dieser Krise sicher viele Fehler gemacht werden. Da hilft Barmherzigkeit. Wir werden alle aufeinander achten und aufeinander aufpassen müssen - im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, am Wohnort und auch in den Schulen. Lockdown und Social Distancing heißt nicht: "Jeder kümmere sich um sich selbst!" Im Gegenteil. 

Also konkret: Versuchen Sie dort, wo es geht, den Druck rauszunehmen. Zum einen gegenüber den Schülerinnen und Schülern: Es sind noch drei Wochen bis Halbjahrsschluss. Da muss vielleicht kein hundertprozentiges Lernpensum mehr umgesetzt werden. Versuchen Sie, Druck rauszunehmen bei Kolleginnen und Kollegen. Wenn man mal fünf gerade sein lässt, die Ansprüche nicht gar zu hoch hängt und dem anderen nachsieht, dass er oder sie derzeit auch nicht der Motivierteste und Leistungsbewussteste ist, macht dies das Leben vielleicht ein wenig leichter. Wenn ich realisiere, in einer echten Ausnahmesituation zu leben und zu arbeiten, bin ich vielleicht auch fehlertoleranter, anderen und auch mir selbst gegenüber.

Seien Sie barmherzig mit sich! Seien Sie barmherzig mit anderen! Dafür schenke uns Gott Kraft, die aus seiner unendlichen Barmherzigkeit erwächst!

Ihr

Uwe Martini, Direktor des RPI der EKKW und der EKHN“