Um miteinander in Kontakt zu bleiben

Foto: Jan Christofzik

Wie der Specht lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele Gott zu dir.  nach Ps 42,2

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach 2,5 Wochen habe ich in den vergangenen Schuljahren das Gefühl gehabt, das Schuljahr hat gerade erst begonnen, alles ist noch auf Start gestellt. In diesem Jahr scheint es mir schon weit fortgeschritten zu sein. Sie haben schon so viel Verschiedenes erlebt.

Die große Verunsicherung und Sorge durch den Unterricht im gesamten Klassenverband habe ich erfahren. Die Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen im Unterricht und manchmal Luftnot hinter der Maske habe ich erlebt. Das große Bemühen in allen Schulformen, uns alle durch Beachtung der Coronaschutzverordnungen zu schützen, ist sehr deutlich geworden. Damit einher geht die große Erschöpfung, die am Nachmittag eintrat: „Ich habe in der Schule eigentlich keine Pause mehr, wenn ich nicht eine Freistunde habe. Die regulären Pausen sind durch Begleitung von Klassen auf deren jeweiligen Schulhofteil gefüllt gewesen. “

Beglückende Erfahrungen wurden an vielen Orten gemacht, an denen Schulgottesdienste durchgeführt wurden. Es waren dann fast immer mehrere hintereinander – eben für jedes 1. oder 5. Schuljahr ein eigener. Teile der Familie konnten so dabei sein. Das verbindende Erleben eines Wortes, das von außen kommt, uns nicht selber im kleinen Kreis der Lieben zu Hause sagen zu müssen, wirkte ermutigend. Erlebte Gemeinschaft – wenn auch mit großen Abstand auf dem Schulhof oder im Pädagogischen Zentrum – hat einige darüber hinaus sehr berührt. Ein großer Durst nach einem guten Wort und etwas mehr Geborgenheit konnte hier gestillt werden.

Die große Hitze in den zurückliegenden Wochen brachte den Wunsch nach erfrischendem Wasser mit sich. Diesen haben wir je und je gestillt. Spürbar war in allen Schulen aber auch der Wunsch, wieder miteinander zu lernen. Denn so gelungen E-Learning auch geplant sein kann und war, wir – sehr viele von uns zumindest - spüren, dass die Begegnung mit anderen, mit der Lehrperson das Lernen erleichtert, lebendiger und nachhaltiger macht. – Selbst mit Alltagsmaske auf Nase und Mund. Sie konnten den Schüler*innen und Kolleg*innen in die Augen schauen: Die „Augen waren dieselben wie früher. Gesichter verändern sich durch den Tribut, den das Leben fordert, aber Augen bleiben ein Fenster zu dem, was war“.1

Und dann gab es noch die Debatte in einer Klasse, dass die Maskenpflicht in der Schule ganz schrecklich wäre und sie nicht bereit wären, diese den ganzen Schultag zu tragen. Bei der Erörterung, zu der die Feststellung gehörte, dass es im Infektionsfall ggf. wieder zur Distanzbeschulung kommt – wurde der Wunsch nach dem Wasser der Bildung in der Gruppe offensichtlich stärker und die Stunde in der Lerngruppe nahm mit Masken ihren Lauf.

Ab Dienstag, dem 01.09. werden Sie neue Erfahrungen sammeln. Mehr Möglichkeit zum Luftholen wird gegeben sein. Weiter bleibt es Ihnen möglich, mit Mund-Nasen-Schutz in der jeweiligen  Unterrichtssituation zu agieren.

Das Faktenblatt des Ministeriums vom 03.08.2020, in dem die Regelungen für den konfessionellen Religionsunterricht und Schulgottesdienste dargelegt werden, ist hier zu finden. „Lernen in Krisenzeiten“ wurde überarbeitet und erweitert. Schauen Sie gerne neu durch.

Für die kommenden Wochen haben wir digitale und analoge Fortbildungsveranstaltungen geplant. Schauen Sie bitte auf die Angebote unter Anmeldung. Sie finden dort regelmäßig auch neu aufgenommene Angebote.